Daniela Gilio Gründerin & Vereinspräsidentin
Daniela Gilio Gründerin & Vereinspräsidentin

Die langersehnten, ersten Arbeiten auf unserem neuen Grundstück haben begonnen!

 

Nach langem Warten und freuen war es endlich wieder so weit. Voller Vorfreude machten wir uns auf den Weg in unsere Auffangstation in Kalabrien-Taurianova.

Dieses Mal war es zwar nur ein kurzer Aufenthalt, um mit dem Bauingenieur vor Ort noch einige offene Punkte zu besprechen, damit unser Grundstück so rasch als möglich Formen annimmt.

 

Natürlich nahmen wir uns aber noch etwas Zeit, um uns ausgiebig mit den heimatlosen Fellnasen zu beschäftigen. 

 

Freitag, 01. Februar 2019: Anreise und Ankunft

 

Mit grosser Aufregung und pochendem Herzen machten wir uns am Freitag abends am 1. Februar 2019 auf den Weg zum Flughafen Kloten. Unser Flieger brachte uns ohne Verspätung auf einem Direktflug nach Kalabrien. Es verlief alles zum Glück nach Plan. Pünktlich um 20:30 Uhr sind wir gelandet und wurden wie immer herzlich von der Tierheimleitung Sabrina De Leo und Pina Gerace abgeholt.

Nachdem wir nun auch noch unsere Koffer abgeholt hatten, fuhren wir etwa 1 Stunde mit dem Auto Richtung Taurianova. Dort bezogen wir ein günstiges Zimmer in einer kleinen, aber feinen Pension.

 

Mit der Ankunft in der Pension verliess uns auch die erste Anspannung. In Ruhe packten wir die Koffer aus, sammelten unsere Gedanken und sprachen uns noch einmal ab, wie der Termin am folgenden Tag verlaufen soll. Am nächsten Tag um 16:00 Uhr galt es ernst – denn dann fand das Treffen mit dem Bauingenieur statt, bei welchem auch noch die letzten offenen Fragen sowie der durchgearbeitete Grundrissplan besprochen werden sollte. Unsere Erwartungen waren und sind noch immer hoch, für unsere Engel muss es einfach perfekt werden.


Samstag, 02. Februar 2019: Arbeiten in der Welpenstation

 

Der Wecker holte uns am Samstag früh morgens aus dem Schlaf, denn es gibt viel zu tun. Da wir dieses Mal nur 2 Tage vor Ort sein konnten, war unser Terminkalender voll und die Zeit knapp. Nach einem kurzen Frühstück zur Stärkung ging es auch schon los. Unser erstes Ziel war die Welpenstation. Sie ist eine von drei Unterbringungsorte für unsere Hunde, was sich hoffentlich bald ändern wird.

 

Kaum angekommen, wurden wir von einem Haufen Niedlichkeit überfallen. Die Hundekinder freuten sich wahnsinnig über unseren Besuch – unsere mitgebrachten Spielsachen wurden alle sofort freudig ausprobiert. Wie könnte man da bloss widerstehen? 


Nach der ersten Euphorie machten wir uns an die Arbeit und säuberten die Hundezwinger. Es war aber gar nicht so einfach, da wir des Öfteren liebevoll sabotiert wurden. Wie könnte man da auch anders? Immer wieder geht es mit uns durch und wir kuschelten und tobten mit den Wollknäuel. Sie brauchten unsere Liebe und Nähe, saugten jede Art der Aufmerksamkeit auf wie ein Schwamm. Immer wieder schoss uns durch den Kopf, dass wir uns bald wieder verabschieden mussten, die Schätze wieder verlassen mussten. Es ist ein stetiger Kampf zwischen dem Verstand und dem Herzen. Könnte man doch nur, wie man wollte…

Im Nu waren bereits ein paar Stunden vergangen und wir mussten weiter. Anschliessend fuhren wir zu unserer nächsten Station, wo weitere Hunde untergebracht waren. 

Hier unsere tolle Hündin "Bella". Das Video entstand 2 Minuten nachdem Sie uns zugelaufen war.

So schnell konnte sich das Blatt wenden, denn plötzlich kam uns aus dem Nichts ein herumirrender Hund entgegen und lief hinter unserem Auto her.

 

Sofort verlangsamten wir unsere Weiterfahrt und hielten nach einem allfälligen Besitzer Ausschau. Weit und breit war keine Menschenseele in Sicht. Als wir anhielten, kam die süsse Maus direkt zu uns und wich nicht mehr von meiner Seite. Sie war nicht gechippt, was leider in Italien Alltag ist. Wird sie vermisst? Hat sie einen Besitzer? Oder ist sie bereits ein weiterer Fall unserer Wegwerfgesellschaft?

 

Uns war aber schnell klar, dass auch diese wunderschöne und liebenswerte Hündin ausgesetzt wurde und dringend Hilfe benötigte. Und so hatten wir wieder innert Minuten ein neues «Familienmitglied» in unserer Auffangstation.

Als Tierschützer trifft man auf viele Fellnasen, aber diese Hündin hat es mir besonders angetan. Man möchte ja sowieso immer alle mitnehmen aber «Bella», wie die Hündin nun heisst, hat mein Herz besonders stark berührt. Bereits ausgewachsene. Eher grössere Hunde haben es besonders schwer, ein passendes Zuhause zu finden. Ich konnte mich noch etwas mit ihr beschäftigen, je mehr Zeit verstrich, desto schwieriger wurde es für mich, los zu lassen. Nun bleibt mir noch das Hoffen, dass sich schnell jemand genauso in die tolle Hundedame verliebt und sie adoptiert. 


Die Zeit verflog viel zu schnell, denn unsere eigentliche Arbeit vor Ort war klar strukturiert. Zuerst mussten auch hier wieder die Zwinger gereinigt und desinfiziert werden. Unseren Fellnasen soll es schliesslich an nichts fehlen! Anschliessend haben verschiedene Fotos und Videos von den Hunden gemacht für die Vermittlungsinserate. Sie haben sich alle von ihrer Schokoladenseite präsentiert – zum Anbeissen! Weiter fielen noch Bauarbeiten und sonstige Arbeiten am Gelände an, denn selbst ist die Frau! Wir halfen überall mit, wo Not am Mann, oder in unserem Fall an Frau war. 

Pünktlich um Uhr 16.00 kam der Bauingenieur und wir fuhren zusammen auf unser neu erworbenes Grundstück. Nach langer Sucherei haben wir dieses tolle Grundstück gefunden und erworben. Auf den insgesamt 6000 m2 grossen Fläche, welches die Zusatzoption bietet künftig die Nachbarsgrundstücke dazu zu kaufen, werden wir vielen ungewollten Seelchen ein Heim und Liebe bieten können. Wir hätten sehr gerne direkt mehr Land erworben, aber das liess unsere finanzielle Situation im Moment nicht zu. Das jetzige Grundstück alleine hat 36'000 Euro gekostet. Wir machen aber das Beste aus der Situation und holen raus, was nur geht.


Unsere oberste Priorität ist die Sicherstellung und Unterbringung unserer Engel. Hier steht Qualität ganz klar über Quantität. Erstellt werden diverse Zwingeranlagen mit Tages- und Nachtzonen, so dass die Tiere am Tag draussen Sonne tanken können, nachts aber ihre Ruhe finden und sich erholen können. Das Beton-Bodenfundament bietet maximale Sterilität, so dass wir täglich alles sauber halten können. Da wir auch springfreudigen Vierbeinern ein Heim bieten wollen, wird rund um das Gelände ein ausbruchsicherer Zaun mit einer Höhe von 2.30 Metern installiert. Kranke Tiere werden im geplanten Quarantänebereich gepflegt, damit sich keine anderen Tiere anstecken können. Zusätzlich wird es eine Tierarztstation, Büro, Lager und Nasszellen geben. Kalkuliert man nun noch die Wasserzufuhr sowie Abwasser ein, erreichen wir einen Gesamtbetrag inklusive des Geländekaufes in der Höhe von circa 300'000.-- Euro.

 

Damit dieses Projekt so rasch als möglich umgesetzt werden kann, brauchen wir Eure Unterstützung! Jeder Euro zählt, wer fasst sich ein Herz, und unterstützt uns, im Kampf gegen das Tierleid Kalabriens? Spenden nehmen wir gerne HIER entgegen.

Die Besprechung mit dem Bauingenieur war intensiv und ermüdend, doch nach 3 Stunden waren alle offenen Punkte besprochen und die Weiterarbeit klar geregelt. Endlich ein Punkt auf unserer Liste, welchen wir klar abhacken konnten.

 

Endlich kehrten wir zurück in unsere Pension, wo wir uns etwas erholen konnten. Wenn man den ganzen Tag unterwegs ist, merkt man gar nicht, wie stark die ganzen Strapazen an einem zehren. Erst als ich endlich unter der Dusche den angesammelten Dreck und Geruch des Tages abwaschen konnte, beginn ich das Erlebte etwas zu verarbeiten. Das Glück ist hier so nah am Leid, so fest wie wir uns über das neue Grundstück und den Fortschritt freuten, so sehr schmerzen uns die nach Liebe suchenden Hundeaugen. Wir fliegen morgen wieder zurück in unser trautes Heim, wo uns Liebe und Geborgenheit erwartet, die Hunde jedoch müssen weiter auf ihr eigenes Körbchen warten. Jedes Mal lasse ich einen Teil meines Herzens hier.

 

Viel Zeit um in Gedanken zu schweifen blieb uns aber nicht. Um 21.00 Uhr ging es dann in ein günstiges Restaurant,  in welchem wir zu köstlicher veganen Kost den Tag Revue passieren liessen. Wir stellen den neuen Zeitplan auf, hielten die neuen Fortschritte fest und planten das weitere Vorgehen.

 

Kurz vor Mitternacht ging es dann wieder zurück in die Pension. Müde und erschöpft aber auch gleichzeitig glücklich, fielen wir ins Bett. Der Schlaf liess aber auf sich warten, denn Bellas Schicksal setzt mir zu.

 

Tierschutz ist nicht einfach. Man erlebt praktisch täglich so viel Leid, welches man nicht zu nah an sich heranlassen darf. Es bringt keine Seele weiter, wenn meine Seele am Leid zerbricht. Auch dieses Wochenende wurde wieder viel gelacht, und mindestens so viel geweint. Es ist ein Wechselbad der Gefühle zwischen Hoffnung, Glück und Verzweiflung.

 

Irgendwann bin auch ich vor Erschöpfung eingeschlafen. 

Sonntag, 03. Februar 2019: Arbeiten in unserer  Auffangstation und Beschäftigung mit "Bella"

 

Die Nacht war kürzer als es mir lieb war. Wieder klingelte der Wecker sehr früh. Trotz des fehlenden Schlafes und der Müdigkeit fiel uns das Aufstehen nicht schwer. Heute Abend reisen wir wieder ab, wir möchten so viel wie nur möglich noch erleben und Zeit mit unseren Engeln verbringen.

 

Ich konnte es kaum erwarten «Bella» wieder zu sehen und muss zugeben, ich war angespannter und nervöser als sonst. Es war ganz still im Auto. Meine Gedanken aber waren laut. Wie hat sie wohl die erste Nacht überstanden? Geht es ihr gut? Kaum in der Auffangstation angekommen, habe ich sie schon von weitem gesehen. Sie wedelte mit der Rute, als sie mich sah. Die Begrüssung war, wie kann ich das nur in Worte fassen, freudig und berührend.

 

Ich habe mich dann den grossen Teil des Vormittags mit Bella beschäftigt und half  bei diversen Reinigungsarbeiten.


Es kam der Moment, vor dem ich mich fürchtete. Ich musste mich von Bella und all den anderen Fellnasen verabschieden. Es war nicht einfach. Ich werde sie wahrscheinlich nicht wiedersehen, was mir das Herz bricht. Aber wie bereits erwähnt, man kann einfach nicht alle mitnehmen. Ich werde sie jedoch nie vergessen! 

 


Wir mussten pünktlich zurück zur Pension um zu duschen und uns frisch zu machen, da in Italien am Sonntag nachmittags meistens Festessen angesagt ist. Um 14.00 ging es dann weiter in ein anderes Restaurant und natürlich wurden wir auch dieses Mal mit veganen Köstlichkeiten versorgt. Dort hatte ich noch einen Termin mit einem Mitarbeiter der Gemeinde, um über den innergemeinschaftlichen Handel zu sprechen und wie wir dies via Cloud besser vorbereiten und abhandeln können.

 

Leider war es dann schon bald wieder soweit, die Koffer zu packen und Richtung Flughafen zu fahren, wo wir dann um 20.40 Uhr den Heimflug Richtung Zürich antraten. Neben unserem Gepäck nehmen wir wieder ganz viele Eindrücke, neue Hoffnung und Motivation mit zurück nach Hause. Es lohnt sich zu kämpfen, denn unser Kampf gegen das Tierleid ist noch lange nicht vorbei!

Fazit: Für ein besseres Leben unserer Fellnasen aus Kalabrien gibt es noch sehr viel zu tun. Gemeinsam sind wir stark! Werdet Teil und helft uns den Hunden das Glück zu schenken, welches sie so dringend benötigen! Jede Spende zählt und wird ohne jeglichen Abzug in unser Projekt investiert.

 

Hier geht's zu den verschiedenen Spendemöglichkeiten

 

Anihope - Verein für Tiere in Not

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Tel.: 044 320 09 65

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